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Schneechaos oder herrlicher Pulverschnee?

von Josef Nindl

Traumhafte Bedingungen in den Bergen Foto: © schmitten.at

Der große Schneefall ist vorbei, die Wolken lichten sich und das Wetter verwandelt sich von Orkan in traumhaftes Winterwetter. Da ist man als Wintersportler natürlich geneigt, sein Material zu schnappen, die Steigfelle zu montieren und drauf los zu "touren". DOCH VORSICHT: auch wenn sich Wetter und Bedingungen bessern, die hohe Lawinengefahr in den Bergen entspannt sich nur langsam. Wer jetzt auf Skitour geht oder trotz eindringlicher Warnungen einen Off-Piste-Tag plant, sollte genau wissen, worauf er/sie sich einlässt.

Lassen wir uns nicht täuschen ...

... die Lawinengefahr ist noch immer groß, auch wenn diese auf Hängen mit einer Neigung von unter 30° langsam herabgestuft wird. Oft lauert Gefahr weiter oben in steileren, exponierten Hängen UND die mitunter vernichtende Spezialität von Lawinenwarnstufe 4 und höher ist, dass große Lawinen selbstständig abgehen und bis ins Tal reichen können. Puhhh, klingt erstmal gar nicht gut und recht bedrohlich, nun die Frage: können Wintersportler dieser Tag überhaupt in den freien Skiraum vordringen oder ist hierbei fix mit Lawinenereignissen zu rechnen? DAS kann nicht vorhergesagt, sondern maximal mit Wissen und Können vermieden werden. Die folgenden 5 Schritte sollen euch helfen, die Gefahr einzuschätzen, bzw. auf Tour gut vorbereitet und mit maximalen Wissen und Können ausgestattet zu sein:

Schritt 1: Tour Auswahl und -planung

Tourenplanung mit Karte und Topographie
Tourenplanung mit Karte und Topographie

"A bissl was geht immer" - hört man viele eingefleischte Skitourengeher dieser Tage sagen und die Ereignisse der letzten Tagen haben gezeigt, dass diese Meinung durchaus vorherrschend ist. In den Medien war auch von SELBSTÜBERSCHÄTZUNG die Rede. Wer ein wirklicher Profi sein will, kann auch mal NEIN sagen und vermeidet es, bei hoher Lawinenwarnstufe ins freie Gelände zu gehen. Es gibt genügend Skitouren, die auf präparierten Pisten verlaufen und in der Nähe des gesicherten Skiraums genügend alpine Erlebnisse bieten. Siehe hierzu: Pistenskitouren am Kitzsteinhorn. Wichtig ist in jedem Fall die Auswahl der Tour, die Wahl Geländes und vor allem Anlegen von Aufstiegs- und Abfahrtsspuren. Welche Hänge und Expositionen besonders gefährlich sind, darüber gibt der tagesaktuelle Lawinenlagebericht Auskunft, dieser sollte jedenfalls immer penibel studiert werden, bevor es auf Skitour geht.

Schritt 2: Material check

Sicherheits Equipment für die Skitour. Foto: © Mammut
Sicherheits Equipment für die Skitour. Foto: © Mammut

Wie sicher jeder von euch weiß, ist ein Mindestmaß an Sicherheitsequipment dringende Verpflichtung für all jene, die auf Skitour gehen. NICHT nur bei heiklen Bedingungen, wie sie derzeit in den Bergen vorherrschen. Das Standard Sicherheitsequipment bestehend aus LVS Gerät, Lawinensonde und -schaufel ist IMMER mitzuführen. Natürlich bringt das beste Equipment nichts, wenn es nicht funktioniert oder nicht richtig zum Einsatz gebracht werden kann. DESHALB vor jeder Tour: check das LVS-Gerät, sind die Batterien noch in Takt, ist uns der Umgang mit der Lawinensonde noch geläufig und lässt sich die Schaufel in Kürze zusammenbauen? Nur wer den Umgang mit dem Sicherheitsequipment regelmäßig übt, weiß im Ernstfall genau was und wie es zu tun ist - eine unbedingte Voraussetzung, wer auf Skitour unterwegs sein will.

Schritt 3: Check Wetter & Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht auf www.lawine.at
Lawinenlagebericht auf www.lawine.at

Der Lawinenlagebericht ist nicht nur ein lässiger Leitfaden für jene, die wissen wollen, wo der beste Schnee auf den Bergen wartet, dieser Bericht ist das Wichtigste, was wir uns vor einer Skitour zu Gemüte führen müssen. Jeden Morgen um 07:30 Uhr wird auf der Website www.lawine.salzburg.at/start.html der aktuelle Lawinenlagebericht veröffentlicht. Wer sich diesen vor der Tour zu Gemüte führt und seine Tourenplanung daran orientiert, kann lauernde Gefahren besser einschätzen. Die Lawinenwarnstufen unterteilen sich in GERING, MÄßIG, ERHEBLICH, GROß und SEHR GROß. Letzte Woche waren aufgrund der anhaltenden Schneefälle und des starken Windes im Salzburger Land verbreitet Lawinenwarnstufe GROß, ein Szenario, das nicht alle Tage vorkommt und uns klarmachen soll, dass derzeit im freien Gelände Zurückhaltung angesagt ist.

Schritt 4: Niemals alleine auf Tour

Immer in der Gruppe auf Tour
Immer in der Gruppe auf Tour

Natürlich, Skitourengehen ist ein Individualsport, auch wenn man sich auf den beliebtesten Touren des Landes schon lange nicht mehr als Individualist fühlt. Viele routinierte Skitourensportler gehen am liebsten alleine auf Tour, was in vielen Fällen zu einem großen Problem führen kann. DENN, eine funktionierende Rettungskette im Falle des Falles ist TEAMWORK und nichts anderes. Wer alleine auf Tour geht, entzieht sich der Kameradenhilfe zu 100%, das LVS Gerät, das auf Kameradenbergung ausgelegt ist, verliert seine Wirkung und wir können uns im Falle einer Verschüttung nicht darauf verlassen, schnell und effizient geborgen zu werden. Eine wichtige Faustregel lautet: im Falle einer Bergung innerhalb der ersten 5 Minuten sind die Überlebenschancen ganz gut, bis zu 15 Minuten werden diese schlagartig geringer und darüber hinaus gehen sie gegen "0". Eine Bergung innerhalb 5 Minuten ist AUSSCHLIEßLICH durch Kameraden oder Mitstreiter am Berg zu bewerkstelligen, alarmierte Rettungsteams schaffen es niemals in dieser Zeit zu einer Unfallstelle am Berg!

Schritt 5: Richtiges Verhalten am Berg

Sicherheits Check an der Info-Base am Kitzsteinhorn Foto: © Zell am See-Kaprun
Sicherheits Check an der Info-Base am Kitzsteinhorn Foto: © Zell am See-Kaprun

Bei Schritt 5 kommen wir nun zum wohl wichtigsten Faktor auf Skitour, dem Verhalten am Berg. Denn bei allem Know-How über Material und Kameradenbergung sind Lawinenereignisse noch immer tunlichst zu vermeiden. Wir wollen doch gar nicht in die Situation eines Lawinenabgangs kommen. Deshalb ist das richtige Verhalten auf Tour maßgeblich wichtig. Der Österreichische Alpenverein setzt auf STOP or GO, einem Verfahren, das jedem die Einschätzung der Gefahr auf Tour erleichtern soll. Auf Tour gehen wir IMMER mit den notwendigen Entlastungsabständen beim Aufstieg und fahren nur einzeln bei der Abfahrt. Dies gilt insbesondere, wenn heikle Bedingungen vorherrschen. Im Zweifelsfalls, wenn wir uns nicht sicher sind oder das Bauchgefühl sagt STOP anstatt GO, brechen wir die Tour ab, wer die Natur und die Berge unterschätzt, zieht mit ziemlicher Sicherheit den Kürzeren, da können wir uns alle sicher sein!

Und, seid ihr nun soweit?

Wer diese Schritte beherzt, ist schon mal ganz gut aufgestellt und kann selber entscheiden, ob eine Tour im freien Gelände Sinn oder Unsinn ist. Wer sich noch immer nicht sicher ist, sich eine Tour aber dennoch nicht ausreden lassen will, der/die sollte sich lokalen Skiguides oder Bergführern anschließen. Die Experten vor Ort kennen die Region und wissen genau, was wie und wo im Gelände möglich ist. GERNE stellen wir für euch den Kontakt zu Bergführern und Experten her, damit auch ihr in den Genuss unseres wundervollen Winterwunderlandes kommen könnt.

Bis bald im Hotel Lampenhäusl - wir wünschen euch einen schönen Winter!

Sepp und Isabella!

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